Prequel: The story of pixelrckr
Vorwort
„Ich heiße Oliver Bea und bin älter als das Internet.“ – So beginne ich oft, wenn ich meine Geschichte erzähle. Meine mediale Laufbahn, und damit auch die Geschichte von pixelrckr, beginnt mit einem Edding-Stift, einem gelben Brief von der Schule, einigen Sprühdosen und ein paar berechtigten Beschwerden. Kreativität war also früh da – nur nicht immer auf den vorgesehenen Flächen. Neben Mauern entstanden aber auch Zeichnungen in Heften, Kunstblöcken und auf Leinwänden.

Kapitel I – Wie alles begann
Während meiner ersten Ausbildung zum Technischen Zeichner mit Fachrichtung Maschinen- und Anlagentechnik stellte ich schnell fest, dass gerade Linien und Normvorgaben zwar Ordnung schaffen – aber wenig Raum für Ideen lassen. Statt mich in der Berufsschule mit DIN-Schriften zu beschäftigen, füllte ich meine Unterlagen lieber mit Comicfiguren und Graffiti-Skizzen.
Mein Lehrer sah das weniger begeistert – reichte meine Werke zusätzlich an meinen Ausbildungsbetrieb weiter. Kurz darauf lagen sie auf dem Schreibtisch meines Ausbilders, begleitet von der Frage, ob ich mich nicht besser auf den Unterricht konzentrieren sollte.
Was ich nicht wusste: Eine Mitarbeiterin aus der Marketingabteilung hatte meine Zeichnungen zuvor entdeckt und bot mir an, meine Werke im firmeneigenen Richard-Küch-Forum auszustellen. Zwei Wochen später hing meine erste „Ausstellung“ – diesmal ganz legal.
Auch wenn ich meine Ausbildung schließlich verkürzt abschloss, wurde mir klar: Der Beruf des Technischen Zeichners war nicht meine Welt. Ich wollte gestalten, nicht konstruieren. Mein Kopf war voller Ideen, nicht voller Normen.

Mein Ausbildungsbetrieb übernahm mich dennoch für weitere 6 Monate in die Konstruktionsabteilung der damaligen Quarzschmelze (vielen Dank für das Vertrauen). Schon bald wurde mir klar: Normen, Linien und DIN-Schriften sind mir zu gerade. Kreativität ist mein Schwerpunkt – ich musste einen anderen Weg finden.
If you can’t change your life, accept it.
pixelrckr | Oliver Bea
If you can’t accept it, change it!
Ich informierte mich über Fachhochschulen für Design und Gestaltung – bewarb mich dort auf einen Schulplatz und wurde auch tatsächlich zu einem Auswahltest eingeladen. Und jetzt kommt der Knackpunkt: Es meldete sich plötzlich und für mich völlig unerwartet Vater Staat bzw. stand die damalige Wehrpflicht noch auf meinem „Stundenplan“ bevor ich die Fachhochschule hätte antreten können. Nach meiner Verweigerung folgten 13 Monate Zivildienst, der erhoffte Schulplatz in weite Ferne gerückt und die Frage wie geht es für mich danach weiter wurde während dieser Zeit immer aktueller.

Kapitel II – Der Weg zur zweiten Ausbildung
Nach meinem Zivildienst wollte ich meinen kreativen Weg fortsetzen und bewarb mich auf ein Praktikum in der Presseabteilung meines ehemaligen Ausbildungsbetriebs. Eine direkte Zusage gab es nicht – stattdessen wurde meine Bewerbung an die betreuende Grafikagentur und Druckerei weitergeleitet, deren Inhaber meine Ausstellung gesehen hatte. Ein Telefonat und ein Vorstellungsgespräch später war der Weg frei.
Ich begann in der Druckerei – ganz analog. Filmbelichtung, Montage, Plattenkopie – das war noch echtes Handwerk. Ich lernte, was CMYK, Rasterwinkel und Passermarken wirklich bedeuten. Nebenbei durfte ich mich am Mac mit Photoshop 3.0 und QuarkXpress ausprobieren – Illustrator 3.0 inklusive Pfadwerkzeug war mein persönlicher Endgegner. Doch genau das weckte Ehrgeiz in mir. Zum ersten Mal wollte ich wirklich alles wissen.

Drei Wochen vor Ende meines Praktikums fragte mich mein Chef, ob ich mir vorstellen könnte, bei ihm eine Ausbildung zum Mediengestalter Digital & Print zu machen. Ich zögerte nicht lange – auch wenn es finanziell ein Rückschritt war. Es war der Schritt in die Richtung, die ich gesucht hatte. Und einer, den ich bis heute nie bereut habe.

Kapitel III – Kein Filter nötig
Ich lernte das Handwerk von Grund auf – damals gab es keine Filter und keine KI. Vom Flachbett- bis zum Trommelscanner, von Layout und Reinzeichnung bis hin zur Farblehre, Seperation und Druckvorbereitung. Ich lernte, warum RGB und CMYK nicht dasselbe sind, was additive und subtraktive Farbmischung bedeutet und wie wichtig der Blick für Details ist.
Schon früh durfte ich eigene Kunden betreuen, Druckdaten erstellen und Kampagnen mitgestalten. Die Ausbildung war intensiv, aber erfüllend. Besonders stolz war ich, während dieser Zeit die Mitarbeiterzeitschrift „TeamWork“ für Heraeus eigenverantwortlich betreuen zu dürfen – von Konzeption und Layout bis zum finalen Druck in der hauseigenen Druckerei.
Die Berufsschule fiel mir diesmal leicht. Ich lernte genau das, was mich wirklich interessierte – und entdeckte, dass die Schule, bei der ich ursprünglich ein Design-Studium beginnen wollte, nun dieselbe war, an der ich meine Ausbildung absolvierte. Der Kreis hatte sich geschlossen.
Ich bin den Brüdern Volk bis heute dankbar für ihr Vertrauen, ihre Expertise und ihre Geduld mit einem damals noch sehr direkten, aber ehrgeizigen Auszubildenden.

Kapitel IV – Mediengestaltung in der dritten Dimension
Was mich immer fasziniert hat, ist die Verbindung meiner beiden Berufe: technisches Verständnis und kreative Gestaltung. Ich wollte beide Welten zusammenbringen – und begann, mich in 3D-Design einzuarbeiten.
Mit Cinema 4D eröffnete sich mir eine neue Dimension des Arbeitens:
Ich konnte Mailings in Bewegung zeigen, Event-Locations virtuell aufbauen, Messestände im richtigen Licht simulieren und Präsentationen visuell erlebbar machen. Statt Klebemustern und Sprühkleber gab es nun digitale Räume, in denen Ideen greifbar wurden.
Diese Kombination aus technischem Denken, Gestaltungskompetenz und konzeptioneller Erfahrung prägt bis heute meine Arbeitsweise – ganz gleich, ob in Print, Web, 3D oder Branding-Projekten..
Wer bis hierher gelesen hat: Danke! Alles Weitere, kompakt und tabellarisch, gibt es natürlich auch hier auf der Seite hier.

Epilog – Was hinter pixelrckr steckt
pixelrckr ist kein Zufallsname, sondern ein Synonym für das, was mich und meine Arbeit beschreibt. „Pixel“ stehen für das Digitale, für jedes einzelne Element, das ein großes Ganzes formt – und begleiten mich seit dem ersten Tag am Mac.
„rckr“ (gesprochen: Rocker) beschreibt nicht Musiklautstärke, sondern Haltung. Ich stehe für Authentizität, Klarheit und Leidenschaft – für ehrliches Design ohne Umschweife, aber immer mit Respekt und einem Augenzwinkern. Ich mag handgemachte Dinge, Individualität und das Echte. Und ich gebe in jedem Projekt 110 %.
Das ist die Geschichte von und hinter pixelrckr – und von mir.

„My Story so far“ von Oliver Bea – noch nicht im Handel erhältlich, aber das nächste Kapitel finden Sie schon hier: [Lebenslauf ansehen] oder als [PDF herunterladen].

